21 Tage Knast wegen Widerstand gegen S21 – Ein Resümee

I feel good – ja, mir geht’s gut! Ich habs überstanden.

Sie haben es auch dieses Mal nicht geschafft.

Sie, die grauen Männer…
…. die Herrenknechte, Tunnelbohrer und Co.
… die Daimlers
… die Mineralölfirmen
… die Ingenieuere, Architekten und Baufirmen
… die Württembergische Landesbank und Konsorten
… die Mafia.

Sie haben die PolitikerInnen, die Staatsanwaltschaft Stuttgart, die Stuttgarter RichterInnen, die PolizistInnen und die Angestellten der Knäste auf uns angesetzt, um uns abzustrafen und abzuschrecken. Mit diesen Strafen wollten Sie uns gefügig machen und klein kriegen, damit wir uns nicht weiter am Protest und Widerstand gegen das Projekt S21 beteiligen.

Ihr seht, sie haben es nicht geschafft und werden es auch nie schaffen.

Im Gegenteil: Mit eurer Unterstützung habe ich ’nur‘ 21 Tage absitzen müssen. Die restlichen 51 Tage haben über 90 Menschen für die Aktion „1 Freitag für K.“ finanziert. Es sind insgesamt über 4200€ zusammen gekommen. Der nicht benötigte Betrag wird wie angekündigt an den Rechtshilfefonds Suttgart überwiesen – sagt Bescheid, solltet ihr damit nicht einverstanden sein. Herzlichen Dank für eure Solidarität!

Mit 35 Briefen und 75 Postkarten, Solipostkarten und Bunte mit schönen Motiven, habt ihr mir den Alltag im Knast verschönert und kurzlebiger gemacht. Vielen Dank!

Ihr habt wieder mal bewiesen, dass die Widerstandsbewegung gegen Stuttgart 21 auch eine Solidargemeinschaft ist. Herzlichen Glückwunsch!

Die vielen Rückmeldungen von euch zeugen auch, dass ziviler Ungehorsam nach wie vor einen Platz in unserem Widerstand hat. Vielleicht sollten wir mal mit erfahrenen Menschen der bundesweit aktiven Bewegungen, der Bewegungsstiftung, Kontakt aufnehmen und zu einem Austausch einladen.

Durch zwei gute Zeitungsartikeln der örtlichen Zeitungnen in Kempten wissen jetzt viele Menschen im ganzen Allgäu, dass die StugarterInnen weiter aktiv Protest und Widerstand gegen dieses Schwachsinnsprojekt leisten. Viele Menschen lasen in meinem Knasttagebuch über das Leben in einem Knast und wie ich ihn wahrgenommen habe, und auch über die Gründe, weshalb wir Widerstand geleistet haben und weiter Widerstand leisten. Hätte ich die Strafen angenommen und einfach bezahlt, hätte ich diese Öffentlichkeit nicht erreicht.

Zum Schluss möchte ich noch eine Einladung an alle Interessierten aussprechen und zwar zum Sulzbrunner Symposium „Rebellen des Friedens“ vom 15.-19. Mai 2019 bei uns inder Lebensgemeinschaft Sulzbrunn in Kempten. Mehr Informationen findet ihr unter https://www.gemeinschaft-sulzbrunn.de/802/home oder per Nachfrage: eebraig@web.de. Ich würde mich freuen, die Eine oder Andere aus dem Widerstand gegen Stuttgart 21 zu treffen.

Auf einer der Postkarten, die mir zugeschickt wurde, stand die folgende Aussage:

Seien wir realistisch, fordern wir das Unmögliche.

Ich möchte dem hinzufügen: Fordern wir es nicht nur, sondern leisten wir es. Leisten wir Widersstand, alltäglich, in dem wir aus den zerstörerischen Strukturen so schnell wie möglich aussteigen. Steigen wir ein in eine solidarische Mitweltgesellschaft, wo wir uns von Mensch zu Mensch auf Augenhöhe und mit Respekt begegnen, egal welcher Herkunft wir sind, und wo wir Menschen uns mit Tieren und Pflanzen als gleichwertige Geschöpfe unserer Mutter Erde wertschätzen.

We are unstoppable, another world is possible

Baustopp sofort!

Oben bleiben

Liebe Grüße,
Karl

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